Ein Manifest zur künstlerischen Forschung und eine Reflexion über ästhetische Praktiken
DOI:
https://doi.org/10.82467/dg.2025.02.237Schlagworte:
Artistic Research; aesthetic practices; plural forms of knowledge; research methods in the arts and the sciences; institutionalisation of artistic researchAbstract
Abstract dt.
In ihrem Manifest zeigt Anke Haarmann die Eigenständigkeit der auf ästhetischen Praktiken beruhenden künstlerischen Forschung auf. Künstlerische Forschung bringt nicht nur eigene Erkenntnisformen mit sich, sondern basiert auch auf anderen Methoden als jenen der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften. Ihre Ergebnisse liegen weniger in Schrift und Text oder anderen abstrakten Symbolsystemen denn in medialen Objekten, prozessualen Visualisierungen und verkörperten Gesten vor. Die Anerkennung künstlerischer Forschung geht mit einer Anerkennung insgesamt pluraler Erkenntnisformen einher. Dass dabei auch die mit Texten arbeitenden, hermeneutischen Wissenschaften wie die Philosophie praxeologische und mediale Voraussetzungen haben, zeigt, wir kurz eine Trennung zwischen einerseits theoretischem und andererseits praktischem Wissen greift. Aus der sich zunehmend etablierenden künstlerischen Forschung ergibt sich die Notwendigkeit ihrer weiterführenden Institutionalisierung, was das Promotionsrecht an Gestaltungshochschulen einschließt.
Abstract engl.
In her manifesto, Anke Haarmann highlights the autonomy of artistic research grounded in aesthetic practices. Artistic research not only generates its own forms of knowledge but also relies on methods distinct from those used in the humanities, social sciences, and natural sciences. Its results are found less in writing, text, or other abstract symbolic systems than in media objects, procedural visualisations, and embodied gestures. The recognition of artistic research goes hand in hand with the acknowledgment of plural forms of knowledge as a whole. The fact that hermeneutic sciences such as philosophy—which work primarily with texts—also have praxeological and media-related prerequisites demonstrates that the distinction between theoretical and practical knowledge falls short. The growing establishment of artistic research makes it necessary to further institutionalise the field, including granting design colleges the right to award doctorates in the arts.
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