Imagination und Verstand
Zur doppelten anthropologischen Verfasstheit
DOI:
https://doi.org/10.82467/dg.2025.02.230Schlagworte:
Artistic research; imagination and reason; modes of knowledge; Gaston Bachelard; obstacles to objective knowledge; imagery; material imagination; experimentationAbstract
Abstract dt.
Im Bereich der philosophischen Ästhetik haben Versuche, die künstlerische Forschung zu definieren, allgemeine Fragen über die Beziehung zwischen Kunst und Wissenschaft aufgeworfen. Am Beispiel der Schriften Gaston Bachelards untersucht Kirsten Wagner diese Beziehung, die nicht statisch, sondern dynamisch ist. Erst mit dem Aufkommen der Moderne wurden Kunst und Wissenschaft in ihren jeweiligen materiellen Wissensformen nicht mehr als kompatibel angesehen. Während Bachelards zwei Werkgruppen, die sich mit der historischen Erkenntnistheorie in den Naturwissenschaften und der materiellen Imagination in der Literatur und den Künsten befassen, diesen Bruch offenbaren, zeigen sie gleichzeitig strukturelle Ähnlichkeiten zwischen beiden Wissensformen auf. Die jüngste Rezeption Bachelards in der Erkenntnistheorie hat diese Annäherung zwischen Wissenschaft und Kunst fortgesetzt. Für die künstlerische Forschung ist sie von grundlegender Bedeutung.
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Abstract engl.
In the field of philosophical aesthetics, attempts to define artistic research have raised general questions about the relationship between art and science. Kirsten Wagner uses Gaston Bachelard’s writings as an example to explore this relationship, which is not static but dynamic. It was only with the advent of modernism that art and science were no longer considered compatible in their respective material forms of knowledge. While Bachelard’s two bodies of work, one on historical epistemology in the natural sciences and the other on material imagination in literature and the arts, reveal this rupture, they simultaneously demonstrate the structural similarities between the two forms of knowledge. Recent epistemology’s reception of Bachelard has continued this rapprochement between science and art. For artistic research, it is foundational.
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